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Das Aperschnalzen |
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“Aufdraht! Oane, zwoa, drei und dahi geht´s” so kann man es zwischen Stefani und Faschingsdienstag im Rupertiwinkl, also zwischen Tittmoning und Piding, und in dem angrenzenden Flachgau und der Stadt Salzburg hören, wenn die Aperschnalzer aufdrahn. Das Aperschnalzen ist in verschiedenen Gegenden im Alpenraum verbreitet. Was aber ist der ursprüngliche Sinn, der hinter diesem Brauch steckt? Lärm, Geschrei, Trommeln, Läuten, Knallen und Schießen, aber auch Masken und Larven dienten dem Menschen schon immer zum »Wecken« oder »Verscheuchen«. Früher stellte sich der Mensch die Kräfte des Wachstums und des Lebens wie auch ihre Gegenspieler als Lebewesen vor und so behandelte er sie auch. Die guten Geister sollten geweckt werden, der Frühling und hauptsächlich die Sonne, die auf gedeihliches Wachsen und reiche Ernte hoffen ließen. Man glaubte, sie mit dem Knall der Goaßln antreiben zu können. Genauso wollte man den Winter mit seiner Finsternis und Kälte austreiben. In einem Spruch hoaßt‘s so: »Aperschnalzen, Grasausläuten, Mit dem Aperschnalzen (aper, althochdeutsch apir = offen, vom Schnee unbedeckt) sollte die kalte Jahreszeit vertrieben werden. Bereits Johann Andreas Schmeller erwähnt das Aperschnalzen als »feyerliche Begrüßung des schneeschmelzenden Frühlings auf den Voralpen durch Geißelgeknall«, ohne jedoch eine bestimmte Landschaft dafür zu benennen. Bis jetzt ist waren die letzten Winter noch recht handsam, wenn man überhaupt von einem solchen reden kann, doch z.B. im Jahr (2001/2002) hat der Winter früh Einzug genommen und die Kälte ist seit Ende November so, wie es für einen Winter sein soll.. Bis zum Faschingsdienstag ist es noch lang hin und deshalb werden die Schnalzer noch genug zum Schnalzen haben. Ein alter Bauernspruch lautet: »Viel Schnalzen bringt ein gutes Jahr«. Zum Schnalzen braucht man viel Kraft und Geschicklichkeit und des »Gspür« für den richtigen Rhythmus. Wer es nicht schon als Bua lernt, der wird es später wahrscheinlich nicht mehr lernen. Bei der Goaßl handelt es sich um einen kurzen Eschenstiel, an dem eine drei bis vier Meter lange geflochtene, mit geschmolzenem Pech, alter Wagenschmiere oder neuerdings mit Huffett eingelassene Schnur mit dem »Tream«, einer Lederschlinge, festgemacht ist. Am Ende der Schnur, dem »G‘häng«, ist ein Baststück oder eine Perlonschnur, der »Schmitz« oder »Poschn«, eingeflochten, das den Ton erzeugt. Der Knall entsteht, wenn man mit beiden Händen die Goaßl fest nimmt und die Schnur am Anfang ein paar Mal über den Kopf kreisen läßt, um sie dann durch eine ruckartige Gegenbewegung schnalzen zu lassen. Diese Gegenbewegung wird neun- oder elfmal wiederholt. Hemdsärmelig und mit gespreizten Beinen schwingt der Schnalzer seine Goaßl. Die Schnalzer treten nicht einzeln, sondern in »Passen« an. Eine »Pass« besteht aus einer ungeraden Zahl; in der Regel aus sieben, neun oder elf Schnalzern. Sie stellen sich hintereinander in einer Linie mit entsprechendem Abstand auf. Der erste in der Reihe ist der »Aufdrahrer«; er gibt das Kommando: »Heit‘s gschickt? Aufdraht, oane, zwoa, drei und dahi geht‘s«. Auf seinen ersten Schmalzer setzen nacheinander alle ein. Die Goaßln sind in ihrer Länge abgestimmt, d. h., die Schnur des »Aufdrahrers« ist kürzer als die Schnur des letzten. Nach dem Letzten kommt der Aufdrahrer wieder. So entsteht in gleichmäßigem Rhythmus ein Stakkato vom Aufdrahrer bis zum Letzten und das ganze recht schnell hintereinander. Vergleichen könnte man das ganze mit dem gleichmäßigen Schießen der Weihnachtsschützen aus Berchtesgaden, wenngleich das Tempo um ein vielfaches höher ist. Ubrigens, das Kommando ist je nach Ortschaft verschieden. Ausführliche Berichte über das Aperschnalzen gibt es seit 1900. 1909 fand in Laufen im Fasching ein Aperschnalzen mit 153 Teilnehmern aus den umliegenden Dörfern statt, das schon den Wettkampfgedanken deutlich werden läßt. Wett- und Preisschnalzen sind ab 1931 überliefert. Das grenzübergreifende Ausüben dieses Brauchtums führte 1957 zur Gründung der Schnalzervereinigung Rupertigau, die jedes Jahr ein großes Preisschnalzen mit Passen von »herent« und »drent« abhält. Flori Seestaller, Gauliederwart
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