Das Bayerische Brauchtumsspiel
Ein Spiel für die ganze Familie
“Nicht nur für Bayern”

Halloween, Perchtenlauf vor den Rauhnächten, Weihnachtsmänner, die an Hausfassaden emporklettern, fremdes, verfälschendes Pseudo-Brauchtum hat bei uns schon viele Anhänger gefunden und es besteht die Gefahr, dass unser echtes bayerisches Brauchtum immer mehr verdrängt und vergessen wird.

Der Gauverband I der oberbayerischen Gebirgstrachtenerhaltungsvereine hat nun begonnen, mit einem bayerischen Brauchtumsspiel sich dieser Entwicklung entgegenzustellen. Die „Erfinder“ des Spiels, der Töginger Hans Schröttle, der sich als Brauchtumsforscher schon einen Namen gemacht hat und Gebietsvertreter Christian Kammerbauer, haben ein Spiel entwickelt, dass neben der Unterhaltung und der Freude auch einen wichtigen kulturellen und pädagogischen Aspekt vermittelt. Schröttle schreibt: „Brauchtum ist die Gesamtheit gesellschaftlicher Rituale einer bestimmten Gegend und Zeit.“ Und gerade dieses Wissen, welches Brauchtum in welche Gegend und Zeit passt, soll mit dem Spiel erfahren und weitergegeben werden.

Das bayerische Brauchtumsspiel ist ein einfach aufgebautes Brettspiel, das auch schon für jüngere Kinder geeignet ist, bei dem man die Spielsteine nach den gewürfelten Zahlen von Spielfeld zu Spielfeld wandern lässt und dabei verschiedene Aufgaben gestellt bekommt. Im Gegensatz zu bekannten Spielen gleichen Aufbaus hat das bayerische Brauchtumsspiel aber eine Besonderheit: jedem Spiel liegt ein von Hans Schröttle verfasstes Heft über bayerisches Brauchtum bei, so dass Kinder, Jugendlicheund Erwachsene sich über Brauchtumspflege informieren können, ohne dass ein oberlehrerhafter Beigeschmack vorhanden wäre. Ein Beispiel soll die Grundidee aufzeigen:

Auf dem Spielbrett findet man bei einem bestimmten Spielfeld die Anweisung „Der Blasiussegen ist sehr hilfreich gegen Halskrankheiten. Du warst in der Kirche und hast dich segnen lassen. 2 Felder vorrücken“. Im Begleitheft ist nun erläutert, woher der Brauch des Blasiussegens kommt und wie er von altersher begangen wird.

Das Begleitheft umfasst dabei eine große Vielzahl der verschiedenen Bräuche und vergisst dabei auch nicht die Besonderheiten des Trachtenjahres wie z. B. die Gautrachtenfeste.

Bildunterschrift: Christian Kammerbauer, Gebietsvertreter und „Miterfinder“ des Bayerischen Brauchtumsspiel stellt das Spiel vor.

Inhalt des Spiels:
1 Spielfeld 84x30 cm,
6 Spielfiguren,
1 Würfel,
1 Spielanleitung,
1 Heft mit Beschreibung der Bräuche

Zu beziehen bei:

Christian Kammerbauer
Brunnenweg 5
84513 Töging

Tel. 08631/95030

Preis: 5.- €
+ Versandkosten
 

Auszug aus
dem Spielfeld

Mit Bräuchen durchs Jahr

„Grüß euch Gott" , dieses Spiel möchte euch das bayrische Brauchtum etwas näherbringen und so könnt ihr übers Jahr hinweg einige Bräuche spielerisch miterleben.Wir hoffen, so unser Brauchtum wieder aufleben zu lassen.

Spielregeln

1. Das Spiel kann nur mit einer Sechs begonnen werden, anschließend noch mal würfeln und mit dieser Punktezahl starten.

2. Bei einer Sechs noch mal würfeln

3. Eine gegnerische Spielfigur kann nicht geschlagen werden. Es können mehrere Spielfiguren auf einem Feld stehen.

4. Das Ziel muß genau erreicht werden.

Auszug aus der Spielanleitung:

1. Schlittenfahren:
Du bist mit deinem Schlitten den steilen Berg hinunter gefahren und hast wie viele Kinder gerufen: „Aus der Bo´aus der Bo´, dass der Kikerl reit'n ko!” (Aus der Bahn, aus der Bahn, dass der Gockel reiten kann!). Aber es hat dich vom Schlitten geschmissen.                         2 Felder zurück

2. Dreikönigssingen:
Du hast beim Dreikönigssingen mitgemacht und bist von Haus zu Haus gezogen und hast mit weißer Kreide den alten Segenspruch * 20 C+M+B+03 * an die Türen geschrieben.             Du darfst noch mal würfeln

3. Blasiussegen:
Der Blasiussegen ist sehr hilfreich gegen Halskrankheiten. Du warst in der Kirche und hast dich segnen lassen.                                 2 Felder vorrücken

4. Fasching / Narrenzeit:
Du ha
st bei der Maskenprämierung mitgemacht und den l. Preis bekommen.
                3 Felder vorrücken

Auszug aus dem Heft mit Beschreibung der Bräuche

Schlittenfahren:
Da ja unsere Vorfahren den Schlitten mit seinen Kufen nicht nur im Winter, sondern zum Teil auch im Sommer einsetzten hat sich natürlich ergeben, dass sie für den Nachwuchs ebenfalls kleinere Schlitten bauten. Bis heute ist es für die Kinder und Jugendlichen ein großes Vergnügen mit dem Schlitten zu fahren. Der Schlitten entwickelte sich so vom Arbeits- zum Sportgerät.
Beim Schlittenfahren werden verschiedene Fahrtechniken eingesetzt. Eine sehr beliebte Fahrart ist das sogenannte „Kickerlreit'n" (Hahnreiten). Dazu legt sich ein Fahrer bäuchlings auf den Schlitten. Ein zweiter Mitfahrer setzt sich auf den Rücken des Untermanns. Bei dieser Fahrtechnik sollte natürlich die Fahrstrecke nur für dieses Gespann freigehalten werden. Darum rufen diese und auch sonstige „Sonderfahrten": “Aus der Boh', aus der Boh', dass der Kickerl reit'n ko!" („aus der Bahn , aus der Bahn, dass der Hahn reiten kann !"). Es gibt aber noch viele andere Schlittenfahrtechniken.
Man kann im Winter von den einfachsten Schlitten, zum Teil aus Plastik bestehende, bis hin zum Rennrodel auf den Schlittenbergen und Rodelbahnen alles antreffen. Auch im Sommer hat man heute Gelegenheit auf Sommerrodelbahnen diesem Vergnügen nachzugehen.