Klöpfellieder, Kletzeilieder ....

Das Anklöpfeln, Anglöckeln oder Kletzeigehen

Dieser bei uns noch oder wieder geübte Brauch geht schriftlichen Zeugnissen zufolge bis ins 15. Jahrhundert zurück. Es handelt sich in den ursprünglichen Formen um einen der vielen Neujahrsbräuche mit Sinnsprüchen und Glückwünschen für die kommendeZeit. Zum  „Heischebrauch“, wobei Naturalien und hier in erster Linie Nüsse und Kletzen (getrocknete Birnen), gesammelt wurden, kam es erst in späterer Zeit ( ca. 1520 und später). Die armen Leute nutzten diese Zeit, weil man glaubte, die Herzen seien im Advent milder gestimmt. Im Laufe der Zeit wurde zu den essbaren Gaben auch immer öfter Geld gespendet.

Da wir hierzulande in der glücklichen Lage sind, nicht hungern zu müssen, wäre es doch eine gute Sache, das gesammelte Geld, wenigstens einen Teil davon, einem guten Zweck zukommen zu lassen. Auch in unserer nächsten Umgebung herrscht oft Not, wo man mit finanzieller Unterstützung ein wenig Erleichterung schaffen kann. Somit könnte mand urch Ausübung dieses Brauchs gleich in zweifacher Hinsicht den Leuten Freude bereiten.

Unbedingt erwähnenswert wäre der Zeitpunkt, wann gegangen wird. Franziska Hager, Heimatforscherin aus dem Chiemgau, beschrieb es in ihrem Buch „Drudenhax und Allelujawasser“ unmissverständlich:“Es wird nur an den Donnerstagen nach dem 1. Advent gegangen. Sollte nach dem 4. Advent noch ein Donnerstag sein, gehen wir nicht, hier könnte sich der „Leibhaftige“ unter die Gruppe mischen.“

Hansl Auer

Hammerauer Kletzei 2000

Kletzeitext zusammengestellt von Hans Auer

Grüaß Gott, alle beinand, mia kemman her vom heiligen Land.

Mia san so a ganze Bande,
der Lipp, der Ruap, der Steff und da Xandi.

Wir ziehen daher, so spat bei der Nacht,
und wünsch‘n den Hausleut a gruahsame Nacht.

An Hausherrn dem wünsch ma an goldenen Wagn,
daß er mit seiner Frau an Himmi kon fahren.

Mia wünsch‘n da Hausfrau an goldenen Ring,
in der Mitt a kloans Sterndl mit`n Christkindl drin.
Was soll ma no wünsch‘n in dera kalten Zeit?
An G‘sund, an Friedn und a recht a lang‘s Leben,
und daß‘d Henna fleißig leg‘n.

Vor Wasser, G‘fahr und Feuersnot, bewahre euch der liabe Gott.
Iatzt kemmts Leut‘ln, iatzt miaß ma wieda geh,
und für des wos ma kriag‘n werden, bedank ma uns sche.
Vorher spui (sing) ma aber no a Stückl (Liadl) und hoffan daß g’fallt
nachan gehn ma wieder weida, denn schee langsam werd‘s kalt.

Anklöpflertext aus dem Pongau

Mia gengan heit über Berg und Tal, mit Sack und Pack vor jeden
Stall und schütten s‘ Glück beim Fenster hinein.
He Bauer, mach auf und laß uns ein!

Mia bringan koa Gold, koan Weihrauch, koa Mürr‘ n, mia möchte‘ n enk grad enga Sache hüat‘ n, vor Sucht und Seich‘ n, vor Unreim und Brand kemman desweg‘ n her vom heiligen Land!

Vom heiligen Land in dera wundaschön Nacht,
da hat uns da Liachtschein zu enk daher bracht.

Es werds ins ja do net an Hund auffihuss‘ n,
da sand ins scho liaba an etla Äpfe und Nuss‘ n!

Dia paar Henigkrapfei gengan enk gwiß ned a
zon hoamtrag‘n hätt i des Körbe da.

A kloans Geldsacke hätt i ano dabei
Des war für de Arma, legts bittschö was ei`.

Hiatz vascheich ma mit a Musi, die bösen Geister und G`spusi!
Na sing ma daß grad hallt und hoffn daß enk  guad gfallt!

 

G‘ stanzl (oder anderes Klöpfellied)

Mia fürch‘ tn koan Regen und mia fürcht‘ n koan Sturm dreihollaro, dreihollaro
mia sand hoid die lustigen Anglöcklerbuam dreihollaro oder was!

Bei dö Bauern is lustig, bei dö Bauern is fein, drei....
gibt‘ s allweil g‘ nuag z‘ Essn und a Geld obendrein drei....

Zum Sclmapsbrenna is hiatz dö richtige Zeit, drei....
auf a guad eing‘ schenkts Stampei hamma allwei a Freid‘ drei....

De Guatln san auftischt und  und s‘ Schnapsei wohl a, drei....
drum sitz ma g‘ schwind nieder — „Halleluja“ drei....

Zum Schluß: Glückwünsche und Dank

Hiatz zian‘g ma wieder aus auf d‘Nacht, in dera schön Winternacht.
Mia wünschen enk a guads neich‘ s Jahr, a Christkindl mit krauste Haar, Glück und Segen und a brave Dirn.
Vergelts Gott für die toaging Birn‘ Und für die Henigkrapfei a, auf geht‘ s Buam, und tragt‘ s recht schwar!