Trachtenjahr 2008 endet mit der grossen Gauherbstversammlung in Rosenheim.

Das Jahr 2008 war eines der ereignisreichsten, und damit auch arbeitsreichsten in der Geschichte des Gauverbandes I . 125 Jahre Trachtenbewegung in Bayern , Jahr der Gwandkultur , und zahlreiche Jubiläen . Bei der Delegiertenversammlung in der Inntalhalle Rosenheim lies man das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren.

Gauvorstand Peter Eicher führte anhand einer Powerpointpräsentation noch einmal durch das vergangene Jahr. Die besonderen Höhepunkte waren das Gaujugendtreffen in Ruhpolding , und das Gaufest in Inzell. Mehr als 3000 Kinder und Jugendliche feierten in Ruhpolding beim Gaujugendtag gemeinsam im ganzen Ort. Die Aussage des Schirmherrn Kultusminister Siegfried Schneider „ wenn man so etwas erlebt , braucht man keine Wertediskussion“ zeigt die Besonderheit dieses Wochenendes. Jugendliche feiern gemeinsam, ohne Ärger, Alkohol oder andere Probleme. Dies ist der Weg den die Trachtler im Gauverband I der Jugend aufzeigen wollen. Das Gaufest in Inzell im Juli war ein besonderes Erlebnis. Die Bilder führten alle noch einmal zum Gaufest zurück . Mehr als 9000 Trachtler und Tausende Besucher feierten in Inzell . Der beeindruckende Gottesdienst , ein einmaliger Festzug, und die Atmosphäre in Inzell , all dies machten das Gaufest in Inzell zu etwas einmaligem . Der ganze Ort beteiligte sich am Gaufest , und diesen Zusammenhalt merkte man. Gauvorstand Peter Eicher bedankte sich noch einmal bei den Falkastoaner Inzell und ihrem Vorstand und Bürgermeister Martin Hobmaier für dieses besondere Gaufest. Bad Reichenhall wird ja im nächsten Jahr der Ausrichter sein. Willi Weber von den Saalachtalern informierte dann auch die Versammlung von den bisher geleisteten Vorarbeiten, und stelle das Programm der Festwoche vor. In der grossen Kurstadt Bad Reichenhall wird das Gaufest sicherlich auch wieder ein besonderes Erlebnis. Zahlreiche 100 jährige Festtage der Trachtenvereine im Gauverband I , Fahnenweihen, und noch einiges mehr. Im Jahr 2008 war viel los. Bei der im September stattfindenden Sternwallfahrt der Bayerischen Trachtler nach Altötting trafen sich dann noch einmal 15.000 Trachtler aus ganz Bayern, um gemeinsam die 125 jährige Geschichte der Trachtenbewegung in Bayern zu feiern. Dieses Bild von den Trachten aus Bayern vor der Basilika in Altötting wird allen unvergesslich bleiben.

DasJahr der Gwandkultur neigt sich nun ebenfalls dem Ende zu. Hier mahnte Gauvorstand Eicher noch einmal alle anwesenden Vorständ und Jugendleiter dieses Jahr nicht mit dem 31.12 enden zu lassen. Es wurde viel bewegt. Die Aktion zum 1. Schultag war ein bayernweiter Erfolg. Das traditionelle bayerische Gwand setzt sich immer mehr durch. Selbst auf dem Oktoberfest werden die Landhausmoden wieder deutlich weniger, und die Bevölkerung legt immer mehr wert auf ein Bayerisches Gwand. Die Tracht und das Gwand mit Stolz zu tragen, um auch seine Verbundenheit mit seiner Heimat zu zeigen, wird immer mehr akzeptiert. Tracht wird hoffähig. Mit dem Jahr der Gwandkultur wurden die ersten Schritte gesetzt, nun ist es an uns allen diesen Weg weiterzuverfolgen.

Klaus Reitner der Gaukassier vom Gauverband I wurde bei der diesjährigen Herbstversammlung des Bayerischen Trachtenverbandes in Augsburg zum Landesstellvertreter gewählt. In dieser Funktion informierte Klaus Reitner die Versammlung über den Stand der Arbeiten am Projekt Holzhausen.

Das einst umstrittene Projekt wird immer mehr zu einem der wichtigsten Standbeine im Bayerischen Trachtenverband. Durch den ehrenamtlichen Einsatz vieler Helfer , liegt das Projekt voll im Plan.. Die geplante Zentrale des Bayerischen Trachtenverbandes und die Jugendbildungstätte für die bayerische Trachtenjugend sind nach Expertenmeinung und nach Meinung der Politik unabdingbare Pfeiler für einen Großverband wie dem BTV. Klaus Reitner veröffentlichte die aktuellen Zahlen , sowie eine Machbarkeitsstudie , einer anerkannten Beratungsfirma  für Jugendbildungsstätten. Diese offene Informationspolitik sollte nun auch die letzten Zweifler überzeugen.

Gauvorstand Peter Eicher dankte Klaus Reitner und merkte an, die Trachtensache muss sich weiterentwickeln, denn Stillstand ist zugleich Rückschritt, dabei muss die Arbeit der Trachtler , die Aufgaben , und die Ziele immer klar erkennbar sein, und unser Profil beibehalten werden.

In den Berichten der Sachgebieten berichtete der Leiter des Sachgebietes Mundart/ Brauchtum / Laienspiel Sigi Lechner noch einmal über die derzeit laufende Nikolausmalaktion an den bayerischen Schulen. Jede Grundschule und auch die Förderschulen können an dieser Aktion teilnehmen. Ziel ist es genauso wie die Nikolaus Ausstellung in Traunstein die Bevölkerung wieder auf  den ursprünglichen Heiligen Nikolaus aufmerksam zu machen. Weg vom Coca Cola Nikolaus hin zu unseren Bräuchen und Traditionen.

Auch hier sehen sich die Trachtler als Vorbilder , und wollen den Kindern und Jugendlichen nicht mit erhobenen Zeigefinger sondern durch Mitarbeit zeigen, das man nicht immer den neuesten Trends nachrennen muss.

Gauvorstand Peter Eicher beendete seine Ausführungen mit den Veranstaltungshinweisen, und leitete zur Diskussion über.

In der anschliessenden Diskusion kam ein Thema zur Sprache das nicht nur die Trachtler sondern alle betrifft. Der teilweise immense Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen. Beim Inzeller Gaufest wurde die Sansibar , eine Bar mit alkoholfreien Mixdrinks extrem gut angenommen. Dies wäre eine Möglichkeit für alle Trachtenfeste, und wir in einer der nächsten Sitzungen Tagesordnungspunkt sein.

Es kann nicht sein , das Jugendliche am Wochenende mit mehr als 2 Promille in ein Krankenhaus eingeliefert werden, und dann auch noch reden könnten, wie ein Berchtesgadener Trachtler berichtete, das läuft etwa völlig aus dem Ruder.

Das sog. Komasaufen nimmt leider immer mehr überhand. Hier sind die Eltern, Jugendleiter , und alle Erwachsenen gefordert dem Einhalt zu gebieten. Politik, Gemeinden  hier müsste jeder an einen Strang ziehen. Sicherlich ein Thema das uns alle in der nächsten Zeit noch beschäftigen wird.

Das Trachtenjahr 2008 neigt sich dem Ende zu, und beim Gauverband I plant man bereits das Neue Jahr 2009. Das Gaufest in Bad Reichenhall wird sicherlich wieder der Höhepunkte des Trachtenjahres.

Mit dem Trachtlergruss Treu dem Guten Alten Brauch verabschiedete Gauvorstand Peter Eicher die Trachtler in die Staade Zeit.

Matthias Sellhuber