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60 Jahre Gau - Trachtenwallfahrt nach Maria Eck Am Sonntag,16. Mai 2010, ziehen die Trachtlerinnen und Trachtler des Gauverbandes I der oberbayerischen Gebirgstracht-Erhaltungsvereine zum 60. Male zur Muttergottes nach Maria Eck. Diese Trachtenwallfahrt stellt seit dem Jahre 1951 alljährlich ein ganz besonderes religiöses Ereignis im Chiemgau dar. Sie ist den Trachtlerinnen und Trachtler des Verbandes zu einer fest verwurzelten, sinnvollen Tradition geworden, die in eindrucksvoller Weise die Erinnerung an die Gefallenen und Vermissten des Gauverbandes I im Zweiten Weltkrieg aufrecht erhält. Sie versteht sich auch als Mahnung und Warnung für die jetzige und für die künftigen Generationen, dass sich derartig schreckliche Ereignisse nie mehr wiederholen mögen. Im Jahre 1950 befinden sich noch immer tausende deutscher Soldaten in Russland hinter Stacheldraht und sehen einem ungewissen Schicksal entgegen. Aus der Niederschrift des Sitzungsprotokolls des Gebirgstracht -Erhaltungsvereins Siegsdorf geht hervor, dass damals das Vereinsmitglied Sepp Berger der Vorstandschaft den Vorschlag eines Bittgangs von Siegsdorf aus zum Minoritenkloster der Franziskaner nach Maria Eck unter Teilnahme des Siegsdorfer und Heutauer Trachtenvereins unterbreitete. Auf Grund dieser Initiative lud Gauvorplattler Max Humhauser, Ausschussmitglied des Trachtenvereins Siegsdorf, am 12. Januar 1951 den Gauvorstand Dr. Conrad Adlmaier, den Siegsdorfer Pfarrherrn Dr. Johannes Baumann und Vertreter der benachbarten Trachtenvereine zu einer Besprechung in der Absicht ein, diese Wallfahrt unter der Schirmherrschaft des Gauverbandes I alljährlich mit der Teilnahme möglichst vieler dem Verband angeschlossener Trachtenvereine abzuhalten. Dieser Einladung waren damals 13 Vereinsvorstände gefolgt, die sich auch mit dem Vorschlag einverstanden erklärten. Als Termin wurde der 29. April 1951 festgelegt. An diesem Sonntag wurde eine von Martin Hagn aus Heutau kunstvoll getriebene Gedenktafel nach Siegsdorf gebracht und dort an die Siegsdorfer übergeben, die sie dann nach Maria Eck hinauf trugen, wo die Gedenktafel beim Gottesdienst die kirchliche Weihe erhielt, sie bekam einen Ehrenplatz in der Wallfahrtskirche, neben dem Kriegerdenkmal. 1400 Vereinsmitglieder aus 69 Gauvereinen pilgerten dieses erste Mal von Siegsdorf aus, den Rosenkranz betend, den langen Weg nach Maria Eck. Der bisherige, provisorische Feldaltar an der Klosterleite, wurde durch einen stationären Altar aus Holz ersetzt, bis 1966, unter finanzielle Beteiligung des Gauverbandes, durch das Kloster ein Massivbau errichtet wurde. Kirche und Gauverband hatten sich geeinigt, dass die Träger dieser Wallfahrt nicht die ansässige Pfarrgemeinde Siegsdorf sondern die Trachtler sein sollten. Die Organisation der Wallfahrt übernahm von damals bis heute der Trachtenverein Siegsdorf, wobei Max Humhauser und Franz Krammer besonders zu erwähnen sind. Bei dieser Regelung ist es seitdem geblieben, denn fast alle Bestimmungen, nach denen dieser festliche Tag abläuft, wurden schon damals festgelegt und sind bisher kaum verändert worden. Dazu gehören auch die Kleidervorschrift (Kirchengwand und Halbtracht) sowie das alleinige Recht des Gauvorstandes, den Zelebranten bei den Gottesdiensten selbst zu bestimmen. Die musikalische Umrahmung wird jedes Jahr einer anderen Musikkapelle übertragen. Wegen der oft zu kalten Witterung im April wurde die Wallfahrt auf den dritten Sonntag im Mai verlegt. Zu den herausragenden Ereignissen in der Geschichte der Wallfahrt zählt man die Stiftung einer großen Votivkerze von Frau Paula Eder aus New York im Jahre 1953, die Ehrung von Hans Zangl im Jahre 1982 dafür, dass er als Mann der ersten Stunde 30 Mal den Pilgerzug als Kreuzträger anführte und die Weihe eines Erinnerungsbandes an die Gaustandarte für Paul Gambs 1983. Seit der Wallfahrt 1990 schmückt auch eine kunstvoll gestaltete Votivkerze das Innere der Wallfahrtskirche. Die Kerze wurde aus Anlass des 100-jährigen Bestehens des Gauverbandes I gestiftet und bei der Wallfahrt nach Maria Eck getragen. Pünktlich um 9 Uhr setzt sich, von der Siegsdorfer Pfarrkirche ausgehend, der Pilgerzug unter Glockengeläut in Bewegung. Die Reihenfolge der Wallfahrer ist traditionell festgelegt. An der Spitze der Kreuzträger, ihm folgen die Gaustandarte mit den Fahnenjunkern, dahinter die Gauvorstandschaft und der gesamte Gauausschuss, als Gastgeber die Vertreter der Gemeinde und der Nachbargemeinden. In den vergangenen Jahren vermehrt auch Persönlichkeiten aus der Landes- und Bundespolitik. Dann folgt der endlose Zug der Trachtlerinnen und Trachtler. Etwa auf halber Strecke, der „Gaßlhöhe“ reihen sich traditionsgemäß Holzknechte in den Zug ein. Das Privileg, hinter dem Kreuzträger zu gehen, bekamen sie vom Gauvorstand eingeräumt, denn im Jahre 1805, während der Säkularisation waren es Holzknechte, die damals die Wallfahrtskirche mit Hacke und Sappi wehrhaft vor dem Abriss retteten. Sobald die Spitze des Zuges vom Kloster aus gesehen wird, beginnen die Berchtesgadener Weihnachtsschützen mit ihren Handböllern Salut zu schießen und unter Glockengeläut der Wallfahrtskirche versammeln sich die Gläubigen um den Altar, wo dann der Gottesdienst gefeiert wird. Anschließend findet dann das Totengedenken statt, das mit dem Lied vom Guten Kameraden und dem Ehrensalut der Berchtesgadener Weihnachtsschützen und einer kurzen Rede das Gauvorstandes ausklingt. „Dank und Bitt“ steht mit großen Lettern über dieser Wallfahrt seit nun fast 60 Jahren. Dies bedeutet „Dank für eine glückliche Heimkehr aus Krieg und Gefangenschaft und die Bitte dafür, dass Friede im Lande herrschen und nie mehr Krieg unsere Heimat überziehen und zerstören möge“. Aus Anlass der 50. Jubiläums- Wallfahrt, des Gauverbandes I, im Mai 2000 wurde an der Klosterleite ein etwa zwei Meter hoher Gedenkstein enthüllt und von Prälat Ludwig Penger aus Bad Feilnbach die kirchliche Weihe erteilt. Auf einer Bronzetafel am Stein befestigt, ist folgender Wortlaut zu lesen : 50 JAHRE TRACHTENWALLFAHRT NACH MARIA ECK ZUM GEDENKEN AN DIE GEFALLENEN UND VERMISSTEN BEIDER WELTKRIEGE UND VERSTORBENEN TRACHTENKAMERADEN DES GAUVBERBANDES I, 21. MAI 2000. Auf der gegenüberliegenden Seite des Steines ist das Wappen des Gauverbandes auf eine Steinplatte angebracht. Der Stein ist ein Findling aus dem Gemeindegebiet Eiselfing und wurde von der Firma Zoßeder, Inhaber der Kiesgrube gestiftet. Georg Bürger aus Wurzbach bei Rott am Inn fertige die Steintafel mit dem Gauwappen und die Kunstgießerei Otto Strehle aus Eiesenfelden fertigte die Bronzetafel samt Inschrift. Den Wallfahrtsgottesdienst am 16. Mai, zelebriert Stiftsdekan Michael Wehrsdorf aus Tittmoning. Die musikalische Umrahmung besorgt die Musikkapelle Jettenberg. Karl Wünsch |
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