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Im Zeichen "A Liacht is aufkemma - Hintergründiges, Brauchtum und Handwerk um Lichtmeß" stand die volkskulturelle Veranstaltung im Pfarrheim, das der
Gauverband I der oberbayerischen Gebirgstrachtenerhaltungsvereine mit der Kath. Frauengemeinschaft veranstaltete. Der schön gestaltete Abend, der mehr Besucher verdient hätte, wurde von der Volksmusikgruppe Familie Keil
und Freunde umrahmt. Begrüßt wurden von Flori Seestaller Pfarrer Martin Klein aus Obing, Maria Perreiter, die Chieminger Trachtler und die Besucher. Pfarrer Klein stellte die liturgischen Hintergründe des Festes
Maria Lichtmeß dar. Das Fest der Erscheinung des Herrn im Zusammenhang mit dem Dreikönigsfest sind Feste des Lichtes mit der Geburt Jesu, sagte Pfarrer
Klein. Es bedeute auch eine Erinnerung an die Taufe jedes Christen und an die Firmung, wo das Licht weitergegeben wird. Licht bedeute auch, dass man Christus entgegengeht.
Heimatpflegerin Maria Perreiter ging auf das Brauchtum um Maria Lichtmeß näher ein. Die Tage werden nach Weihnachten wieder länger, zu Lichtmeß schon um eine ganze Stund, besagt ein alter Spruch. Früher tätigten die
Bäuerinnen zu Lichtmeß einen Großeinkauf an Kerzen für den Eigengebrauch und für das Gesinde, von den Hauskerzen über die Wetterkerzen, die Osterkerzen,
Kommunionkerzen, Wachsstöckel und die Pfennigliachtl. Von der Wiege bis zur Bahre begleiteten die Kerzen die Bevölkerung auf dem Lande. Zu Lichtmeß war auch der Brauch, die Arbeitsstelle zu wechseln und die Entlohnung von
Knechten und Mägden in Form von Sachbezügen (Leinen, Bekleidung , Schuhe). Aus eigener Erinnerung berichtete Frau Perreiter über die oft nicht allzu
gute alte Zeit, als alles noch recht rar war. Sie hatte verschiedene alte Gegenstände mit dabei und zeigte diese den interessierten Besuchern. Die Schlankeltage, also Tage des Nichtstun, waren ein Ausspannen von der
harten Bauernarbeit. Maria Perreiter erzählte sehr anschaulich Geschichten und Überlieferungen zum Brauchtum an Lichtmeß von einer Zeit, die noch gar nicht so lange vorüber ist, von einer Zeit, in der mehr Ruhe und
Gemütlichkeit herrschte. Sie bat besonders die jüngeren Generationen, Brauchtum zu bewahren.
Reserl Keil aus Halsbach fertigte Kerzen aus Bienenwachs und sagte dazu, das
Licht der Kerzen und Lampen ist der Unterschied zwischen Tag und Nacht. Abschließend bedankte sich Flori Seestaller für die Aufmerksamkeit und erinnerte noch mal daran, Brauchtum in unserem schönen Bayernland zu hegen
und pflegen. Weltliche und kirchliche Bräuche sind immer noch gefragt im Leben der Menschen. Sie bereichern das Leben besonders auf dem Land und bieten oft einen kleinen Ausstieg aus der Hektik des Alltags. Mit einer
lustigen Lichtmessgeschichte von 2 Dienstboten, gespielt von zwei Frauen aus Chieming, die sich von den guten und schlechten Arbeitsbedingungen in ihrem Bauernhof erzählten und dann zu dem Schluss
kamen, die Arbeitsstelle zu tauschen, wurde der Abend beendet.
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