»Singen und Musizieren« eine wichtige Aufgabe von Trachtenverein und Gauverband. Ursprung Die Geschichte der bayerischen Volksmusik ist so alt wie die seiner Kunstmusik. Wir können davon ausgehen, dass sich im Frühmittelalter, mit dem Einzug des Christentums, auch in unserem Lande die Trennung in eine
Kunst- und Volksmusik vollzog. Dort die gesetzte, volksunbeliebte Mönchskunst des gregorianischen Chorais, hier die Musik in ihrer Funktion von einem hirtenbäuerlichen Dasein bestimmt. Musik erklang zu den Lärmumzügen, Jagdgängen,
Perchtentänzen und dergleichen. Die Volksmusik war in ganz früheren Jahren eine Angelegenheit der einfachen Leute, der Bauern, Handwerker, Jäger und dem Hirtenvolk. Im Gesang durch den Juchezer und Almschrei, im
musikalischen durch Alphorn und der Hirtenflöte. Mit Hilfe urtümlicher und altertümlicher Musikinstrumente, so glaubt und sagt man, kann der Mensch auch Einfluss auf geheime Mächte und seine Umwelt gewinnen. Das
Wetterhorn soll geeignet sein, heranziehende Gewitter zu verscheuchen. Die Lärmumzüge im Frühjahr mit Glocken, Schellen, Peitschen, Trommeln, Klappern und Ratschen sollen die bösen Mächteverjagen und die Fruchtbarkeit wecken.
Weithin tönende Alphörner helfen die wilden Tiere, Wildfrauen und Hexen zu vertreiben. Um eine Entwicklungsstufe höher als die Jäger, stehen die Hirtenvölker. Zu deren Attributen gehörten Kuhhorn, Peitschen und
Rasselstock. Die Peitsche wurde von den Hirten an vielen Orten auch zum Brauchtumsmäßigen Knallen benützt, das als Fruchtbarkeits- und Abwehrzauber wirken sollte. Das Aperschnalzen im Rupertiwinkel soll auch alle
Winterunholde vertreiben. Es beginnt mit dem Frühlings-Tauwetter. Rüstige Burschen mit ihren sechs Meter langen, kurzstieligen Peitschen, schwingen diese mit beiden Händen mehrmals im Kreise über den Kopf und schlagen dann mit
aller Kraft los, das dann einen lauten Knall erzeugt.
Volksmusikinstrumente Hier eine kurze Aufzählung des volksmusikalischen Instrumentariums: Flöte (auch Fleitl und Flautl genannt) Solche und ähnliche Instrumente stellten auch Lorenz und Georg Walch (geboren 1690) in
Berchtesgaden her. In vielen in- und ausländischen Museen und Sammlungen befinden sich Musikinstrumente Berchtesgadener Herkunft, Querflöten, Blockflöten, Flageoletts (Flaschelettl) und Klarinetten. Alphorn
Dudelsack und Drehleier Schwegelpfeife, Trommel, Bratsche
(als Nachschlaginstrument), die viersaitige Bassgeige, das dreisaitige Bassettl, die Pedalharfe, die Volks- oder Tiroler Liederharfe. Geige
und Fiedel Karl Stieler sagt 1873, dass an den Sonntagnachmittagen in den Wirtshäusern sowie in den Berghütten unumschränkt die Zither und der Ländler geherrscht haben. Bei den
großen Festlichkeiten aber haben die Geigen dominiert. Drei Tanz kann i tanzn Im 16. Jahrhundert begannen die Geigenmacher, darunter
der bei Füssen geborene Kaspar Tieffenbrucker, die Geige zur klassischen Form zu entwickeln, in der das Instrument im 17. Jahrhundert seinen Siegeszug antrat. Ein Schüler des berühmten Nicola Amati war Matthias Klotz, der ab 1685
Mittenwald zur Heimstatt des bayerischen Geigenbaues machte. Die Geigenmusik war im 18. und 19. Jahrhundert die herkömmliche Tanzmusik. Schalmei (neunlöcherig) Trompete, Posaune, Flügelhorn, Althorn, Tenorhorn, Basstuba, Bassflügelhorn, Bombardon
Hackbrett (diatonisch) Gitarre Contragitarre Mundharmonika, Zugharmonika
An der Beliebtheit und Verbreitung dieses Instruments, gerade in unserem Raum, hat Georg Öllerer ) vom Trachtenverein »D ,Rupertiwinkler« Freilassing-Salzburghofen, auch »Lettner Schorsch«
genannt, großen Anteil. 1949 gründete er eine Harmonika-Reparaturwerkstätte, dessen Instrumente heute weit über die Grenzen des Rupertiwinkels hinaus Anerkennung finden. Auf seine Anregung hin, fand 1955 erstmals ein
Ziehharmonikaspieler-Treffen statt, das die Erhaltung der diatonischen Harmonika zum Ziele hatte. Er kann auch auf viele erfolgreiche volksmusikalische Auftritte im In- und Ausland zurückblicken. Als Instrumentenhersteller hat er
die handwerkliche Ausbildung wesentlich gefördert und sich um die Pflege der Volksmusik verdient gemacht, wofür ihm der Verdienstorden vom Bundespräsidenten Reichard von Weizsäcker 1988 überreicht wurde. Einer der
verdienstvollsten Harmonikaspieler ist Jakob Schneider aus Waging, Lehrmeister und Betreuer des Plattlernachwuchses und Musiklehrer für die Steirische Ziach. Dadurch, dass bei ihm so viele Buam und Dirndln dieses Instrument
erlernen haben können, ist ihm die Volksmusi zu großem Dank verpflichtet. Für diese seine Tätigkeiten wurde er 1981 zum Gauehrenmitglied ernannt und vom Bundespräsidenten mit dem Verdienstorden ausgezeichnet. Maultrommel Das Wort »Stubenmusi« und ihre Besetzung mit gezupften und
geschlagenen Saiteninstrumenten kommt von Tobias Reiser, der mit seinem Quintett Vorbild für ungezählte Hausmusiken in Stadt und Land war. »1 hab meiner Lebtag bloß Musi gmacht
Die Trauntaler Sänger, Max Wurm, Albert Geisreiter, Sepp Schmied, Georg Baumgartner — und dem Zitherspieler Hans Riedl, unserem Gaulieder- und -Musikwart seit 1970. Hans Riedl, jetzt beim Trachtenverein Stamm 1 Rosenheim und bekannt auch durch die Rosenheimer Hackbrettmusi.
Volksmusik in der Kirche Vom
Mittelalter herauf haben sich zwei Arten des bäuerlichen Singens im Salzburger Land und in Oberbayern entwickelt: das unbegleitete Singen der dazu bestimmten Kirchensinger zur privaten Erbauung nach dem Gottesdienst und das für die
Christmette charakteristische, von den Pfeifen und Geigen der bäuerlichen Tanzmusik begleitete Weihnachtslied. Neues Brauchtum entstand, als das von Tobi Reiser in Salzburg entwickelte Modell des Adventsingens in Bayern in
vielfältiger Weise angenommen und abgewandelt wurde. Ein Traunsteiner Hirtenlied von 1782. Nach mündlicher Mitteilung berichtet August Hartmann aus Au bei Berchtesgaden, dass zur Weihnachtszeit, namentlich in der Christmette, Hirtengedichte in Mundart
erklungen sind, die in einem sprudelnden, oft kühnen Humor ergingen. Die alten und jungen Kirchensänger, welche sie zur Aufführung brachten, haben auch viele derselben verfasst. Es galt für sie als eine Ehrensache, in jeder
Christmette, außer mehreren älteren Hirtenliedern, auch wenigstens ein neues gedichtetes oder doch in der Pfarrei nie gehörtes vorzutragen. Ein solches Lied für die drei Hirten Hansl, Stöffel und Lippl mit 10 Strophen ist im Text
überliefert. Verfasst zu Traunstein 1782 und bezieht sich vermutlich auf einen Traunsteiner Kirchensänger. Ruhpoldinger Handschriften. Im Gemeindearchiv von Ruhpolding liegen Handschriften auf von
mindestens 4 Schreibern, um 1800-1810. Die Handschrift enthält als wesentlichen Bestandteil rund 80 Texte von Predigtliedern, die vor der Predigt von den Kirchensängern oder von der Gemeinde gesungen wurden. Es sind enthalten:
Marien-, Hirten-, Oster- und Fastenlieder verschiedener Herkunft. Besitzvermerk: Mathias Göschl am Pattenberg.
Volksmusik in der
Welt zwischen gestern und heute Im Zeichen der Rückbesinnung auf alte Werte wurde auch die Bedrohung der Volksmusik erkannt. Ihre Kenner und Liebhaber
machten es sich zur Aufgabe, möglichst vielen Menschen die Volksmusik nahezubringen und ihnen die Augen zu öffnen, damit sie den Wert dieses Juwels schätzen lernen. Klein war zunächst auch der Kreis jener Persönlichkeiten, der sich
zum Ziel setzte, bayerische Volkslieder und Musik wieder zu beleben. Um eine breite Öffentlichkeit mit unseren traditionellen Liedern und Weisen wieder vertraut zu machen, wurden Preissingen vor Publikum veranstaltet. Viele dieser
Singen wurden vom Bayerischen Rundfunk übertragen, der außerdem in aufbauenden, sorgfältig konzipierten Sendungen seine Hörer über dieses wertvolle Volksgut informierte, es ihnen näherbrachte und schließlich viele damit vertraut
machte. Eng war damit der Gedanke verbunden, manchen wieder zum Selbstsingen und -musizieren anzuregen. In den 60er und 70er Jahren übten die öffentlichen Sänger- und Musikantentreffen, kontinuierlich jeden Samstagnachmittag vom
Rundfunk übertragen, eine wichtige Funktion aus. Die Zahl der Zuschauer wie Zuhörer stieg ständig, die Gruppen lernten sich untereinander näher kennen, man konnte vergleichen, lernte zu urteilen, manche Anregung wurde gegeben, neue
Aufgaben gestellt, man erhielt eine Bestätigung des eigenen Singens und Musizierens und fand Anerkennung in der Öffentlichkeit. Auch heute sind die Sänger- und Musikantentreffen aus dem Jahresablauf der Volksmusik
nicht mehr wegzudenken, noch dazu, da die Form des Singens und Musizierens vor Publikum bei Advents-, Marien- und Passionssingen übernommen wurde. Wir sind uns bewusst, dass hiermit »Veranstaltung«, »Auftreten«, »Bühne« usw.
verbunden sind, jedoch liegt es in der Macht des jeweiligen Veranstalters und letzten Endes der Sänger und Musikanten selbst, dass diese Treffen für alle zu einem Erlebnis und nicht als nüchternes »Zuschaustellen« oder »Erfüllen
eines Programms« zur mehr oder weniger lästigen Pflicht werden. Sicherlich muss auch in Zukunft noch Platz für derartige Volksmusikveranstaltungen sein. Wir alle aber sollten ungezwungenes, gemütliches musikalisches Zusammensein im
Familienkreis,
Zu dieser erfreulichen Entwicklung haben viele beigetragen; gar mancher ist in aller Munde, aber wir wissen, ohne die Mitwirkung der vielen namentlich Unbekannten, die im stillen wirken, könnte es nicht heißen: »Stets lebendige
bayerische Volksmusik«. Alfred Artmeier in »Bayerland« Nr. 8/1982
Wiederentdecker des Volkslieds in Bayern Pauli Kiem, geboren 1882 in München, wurde Musiker bei der Tegernseer Bauernbühne. Ludwig Thoma, zu dessen Freundeskreis er zählte, regte ihn an, sich nach österreichischem Vorbild mit der Volksliedpflege und Volksliedforschung in Bayern zu befassen. Herzog Ludwig in Bayern und Herzog Albrecht von Bayern gaben ihm durch eine lebenslange, verständnisvolle Förderung die Möglichkeit, diese Anregung zu verwirklichen. 1925 begann die Freundschaft mit Dr. Kurt Huber. Der Kiem Pauli unternahm nun mehrere Sammelreisen und veröffentlichte einen Teil der aufgezeichneten Lieder in seinem Hauptwerk, dem Band »Oberbayerische Volkslieder« (1934). Mit Leidenschaft und Sachkenntnis, ausgestattet mit gesundem Menschenverstand und hoher Musikalität, setzte er sich durch die Veranstaltung von Preissingen und zielbewusste pädagogische Arbeit für die lebendige Pflege des guten Dialektliedes ein. Zusammen mit Kurt Huber hat er weithin verschüttet gewesenes Liedgut in Bayern wiedererweckt und dem wiedererstandenen Volksliedsingen erschlossen. Kiem Pauli starb 1960 in Kreuth. In der Niederschrift von der Gauversammlung am 8.4.1956 in Rosenheim ist vermerkt, dass eine Aussprache mit Bezirksheimatpfleger Dr. Hoffmann volle Übereinstimmung in den Zielen zur Heimatpflege ergeben habe und Dr. Adlmaier von der Regierung von Oberbayern einen neuerlichen Zuschuß in Höhe von DM 1000.-- an Kiem Pauli zur Pflege des Volksliedes erreichen konnte. »Wastl, ich übergebe dir das Erbe, halte es hoch und heilig!« Mit diesen Worten legte der Kiem Pauli, seit einem Menschenalter als
Testamentsvollstrecker Ludwig Thomas Sammler, Wiedererwecker und Heger des bayerischen Volksliedes, seine Lebensarbeit in die jüngeren Hände von Wastl Fanderl und seinen Sängern. Von 1973 bis 1981 war Fanderl der erste
Volksmusikpfleger des Bezirks Oberbayern. Sein Nachfolger in dieser Funktion ist Wolfgang Scheck. Ein Liederbuch aus Berchtesgaden Ein Liederbuch der Lina Stangassinger aus Berchtesgaden, damals Hofschaffner Linnerl genannt, ist eine Rarität besonderer Art. Er enthält sowohl die Texte als auch die Melodien seiner Lieder in einer Form, die deutlich durch die Eigenart von Zeit und Region geprägt sind. Es handelt sich um Aufnahmen von Liedern, die auch aus anderen Quellen bekannt sind. 1911 wurden sie in Berchtesgaden gesungen. Aus dem Liederbuch haben die Markterer Sänger von Berchtesgaden das Lied »Gamsbergsteign im Summa« 1965 übernommen, sie singen es heute noch.
Und dazu gehören auch die Trachtler Trachtler in ihren Vereinen, die sich in Rückbesinnung auf heimisches Lied- und Musikgut wieder mehr um die Echtheit der Volksmusik bemühen. Als nach der Revolution 1918
alles drunter und drüber ging, hielt Thomas Bacher im Rokokosaal in Traunstein 1923 den ersten » Zehner Hans schreibt (Oberländer-Heimat-Bote Nr. 17/ 1968): Hinzu kam die
aufgehende Saat, die Kiem Pauli im Frühjahr 1930 in der »Überfahrt« zu Egern am Tegernsee mit seinem ersten Preissingen gelegt hatte. Das echte Volkslied hatte seine Wiedergeburt erlebt und als der Pauli mit seinem »Musterkofferl«,
wie er die ersten PreisSänger, Sontheim-Burda und Treichl-Vögele, gerne nannte, beim großen Trachtenaufmarsch in Rosenheim (15.-17.8. 1930) in den Rosenheimer Bierkellern die Tausenden von Trachtlern und Festgästen mit den
schönsten Alm-, Wildschützen- und Jagerliadln und den vierstimmigen Jodlern begeisterte, da war auch für die Trachtenvereine das Signal gegeben, sich verstärkt des echten Volks-Liedes anzunehmen. Selbstverständlich
gab es dann im Laufe der Zeit Entwicklungen und Verfälschungen, die der ursprünglichen Idee nicht mehr gerecht werden. Doch darüber wurde im Heimat- und Trachtenbote, und nicht nur dort, schon viel geschrieben. Die »Vereinigten«,
Gauvorstände, Trachtenpfleger und Liederwarte, werden hierzu immer wieder die nötigen Ratschläge geben, damit in dieser Art Veranstaltungen die ureigene Aufgabe nicht verloren geht. Aus der Niederschrift von der
Gauausschusssitzung vom 8.11.1931 in Traunstein geht hervor, daß »Zell b. Ruhpolding« an Pfingsten 1932 ein »Preis-Gausingen« unter dem Protektorat von Thomas Bacher und Kiem Pauli abhalten will. Dies wurde einstimmig genehmigt mit
den Auflagen, dass »zwar die öfters schon und gutgeschulten Sänger nur außer Konkurrenz singen dürfen. Die Preise dürfen nur an die Vereine bzw. deren Sänger verteilt werden, die nicht Provisionssänger, sondern ihren Gesang nur in
ihrer engeren Heimat pflegen«. Viele Sänger und Musikanten aus den Kreisen der Trachtler müssten hier jetzt genannt werden. Da jedoch so manch Sänger oder Gruppe dann doch nicht aufgeführt wäre, wurde auf die
Aufzeichnung verzichtet und bitten dafür um Nachsicht. Gauliedersingen und -Musizieren Das erste Volksliedersingen des Gauverbandes nach dem 2. Weltkrieg fand am
Hans Riedl neuer Gaulieder und -Musikwart Am 11.7.1970 wurde Hans Riedl vom Stamm 1 Rosenheim, zum Gaulieder- und -Musikwart gewählt. Seitdem hat er 18 Gauliedersingen durchgeführt, an denen sich 411 Gruppen mit 1357 Sängern und Musikanten beteiligt haben.
Förderung durch den Bayerischen Musikplan Seit 1980 wird auch den Trachtenverbänden ein Zuschuss aus dem Bayerischen Musikplan gewährt. Dieser Zuschuss (etwa DM 8000.-- jährlich für unseren Gau) wird für
überregionale eintägige Seminare und Schulungen, Musiker- und Volkstanztreffen und zur Beschaffung besonderen Notenmaterials verwendet. Ziel solcher Schulungen und Zusammenkünfte ist, den Musikanten und Sängern den Weg zu weisen,
ihre Vorträge zu verbessern und das Richtige zu den verschiedensten Auftritten zu vermitteln. Gerade vom Musikantennachwuchs werden solche Schulungen und Vorträge des Gauliederwartes dankbar angenommen. So gesehen ist dieser
Zuschuss des Staates nicht verloren, sondern ein wertvoller Beitrag zur Förderung dieses Teils Kulturgut
Ein Gaubeschluss Am 9. April 1985 hat der Gauausschuss die folgenden Teilnahmebedingungen
für Gauveranstaltungen beschlossen: »Sänger und Musikanten müssen so angezogen sein, dass dies der Art unserer Veranstaltungen entspricht, das heißt: bei den Dirndln Festtracht oder die sogenannte Haibtracht. Darunter
versteht man: Drahrock oder Almakittl und beim Oberteil entweder Mieder, Leibl oder Spenser; dazu kein offenes Haar oder Bubikopf, sondern Greteifrisur, Schopf (Knoten) oder Zöpfe;
Volksmusikveranstaltungen auf Gauebene seit 1954 Seit 1954 wurden bis heute 36 Gauliedersingen und 06.03.1954 großer Heimatabend aus Anlass der Tagung der Vereinigten Bayerischen- und Südwestdeutschen Trachtenverbände in der Turnhalle in Traunstein. 27.03.1971 großer Heimatabend anlässlich der
Tagung der Vereinigten Bayerischen Trachtenverbände im Kurhaus in Ruhpolding. 25.10.1975 50. Gründungstag der Vereinigten Bayerischen Trachtenverbände, 18.06.1983 100 Jahre Trachtenvereine in Bayern; 11.08.1984 100-jähriges Gründungsfest in Bad Feilnbach.
27.09.1986 großer Heimatabend anlässlich der Tagung der Vereinigten Bayerischen Trachtenverbände im Kurhaussaal Berchtesgaden. 24.10.1986 Sänger- und Musikantentreffen; »Volksmusik aus Stadt und
Land«, mit dem Bayerischen Rundfunk. 09.05.1987 Heimatabend aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums der Gaugruppe im Kurhaussaal in Ruhpolding.
08.11.1987 Erster Trachtenjugendtag im Landkreis Rosenheim in der Lamstoahalle in Frasdorf. 01.10.1989 Zweiter Trachtenjugendtag im Landkreis Rosenheim in der Beurerhalle in Neubeuern.
Eine beachtliche Zahl von Sängern und Musikanten 307 Volksmusikgruppen, 98 Gesangsgruppen, 195 Einzelspieler, davon 124 Diatonische Ziach, 51 Akkordeon, 12 Harfen, 2 Okarina, 2 Raffele, 2
Maultrommel, 1 Bandonium, 1 Zimbal, 15 Tanzlmusikgruppen, 11 Alphornbläsergruppen und 2 Chöre; zusammen 1716 Musiker und Sänger, (ohne die Mitglieder der vielen Blasmusikkapellen), die sich in den Vereinen unseres Gauverbandes
aktiv der Volksmusik widmen. Beachtlich jedenfalls diese Zahl, doch nicht immer genau zu erfassen, da aus der einen oder anderen Gruppe von Dirndln und Buam, immer wieder neue Besetzungen in der verschiedensten Art entstehen. Diese
Umbesetzungen bringen so sehr viel Abwechslung und eine Bereicherung des Volksmusikgeschehens.
Und gabs koa
Musi und koan Gsang...
Was wär denn die Musi, unser Liad und auch der Volkstanz, ohne einem gut Teil trachtlerischem Element? Deshalb zählt die Volksmusik immer schon zu den Hauptaufgaben der Brauchtumspflege in den Trachtenvereinen und im Gauverband. Und da gfreuts uns natürlich, dass dank der doch vielen Sänger und Musikanten in den Trachtenvereinen und dank all der anderen natürlich auch, die Volksmusik nicht ganz an den Rand und nicht ganz ins Abseits gestellt
ist Und Dank
dafür auch, dass durch die Volksmusik a bisserl was wenigstens noch, von unserer Art und Lebensweise in unser Land und Volk hineingetragen wird. Wir sind uns auch sicher, dass der Jugend in der Zeit heute, durch
Radio und Fernsehen und in den unzähligen Veranstaltungen landauf und landab, kein guter Dienst erwiesen wird, wenn sie mit nur hartem Rock und aufgeilendem und aufpeitschendem Diseosaund überschüttet wird und würden uns wünschen,
wenn die Programmmacher unserer immer zahlreicher werdenden Rundfunk- und Fernsehsender, nicht nur noch Einschaltquoten in ihren schon tauben Ohren haben würden.
Sorgen wir, dass das »Singen und Musizieren« weiter vielen Menschen so a große Freud macht, »Und gabs koa Musi und koan Gsang, wia waar ma mia dann gstellt. A weng ebbs braucht da Mensch fürs Gmüat, auf der vadrahtn Welt!«
Hans Riedl und Max Reitner
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